Der historische Hintergrund der Sappeure

Die Geschichte der Sappeure reicht zurück bis ins 18. und 19. Jahrhundert. Die Sappeure, auch Sappers, Mineure oder Pioniere, wurden in den Armeen der vergangenen Zeiten jene, die die sog. "Sappen", Lauf-, Verbindungs- und Annäherungsgräben für befestigte Stellungen, anlegten gennant. Weitere Aufgaben waren der Lager/Biwakbau, das Fällen von Bäumen, die Beseitigung von Hindernissen, das Errichten von Pallisaden und Schanzpfählen und vieles mehr. Sie bereiteten der Nachrückenden Infanterie den Weg. Deshalb marschierten sie auch stets an der Spitze der Truppe. Hierbei trugen sie ihr Spezialgerät, eine langstielige Zimmermannsaxt stets mit sich.

Erkennbar waren sie schon von weitem an ihrem Tschako bestehend aus einer schwarzen Bärenfellmütze (heute Imitat) mit einem Pützer. Dieser Pützer ist eine Art Bürste aus weißen Kunstfasern und bestand früher aus Federn und wirkte dadurch auf dem Felde sehr imposant. Auf der linken Seite ist der rote Flügel angebracht und vorne die zwei gekreuzten Äxte, das Wahrzeichen der Sappeure. Unter den Äxten befindet sich noch eine weiße Fangschnur. Diese war in der Vergangenheit je nach Regiment von unterschiedlicher Farbe. Die weiße Fangschnur zeichnet den Sappeur als Mitglied des 1.Garderegimentes Napoleons aus, womit auch der Ursprung der Uniform, aus der französischen Ära stammend, festgelegt ist. Die Königsblaue Uniform wurde schon damals durch eine weiße Schürze vor Buschwerk und dem Dreck der "Sappen" geschützt. Die weiße Hose und die weißen Handschuhe runden die Uniform schließlich zu festlichen Anlässen ab.

Sappeure gab es in allen bekannten Armeen, selbst in den Hansestädten kleinerer Länder. Durch einen Erlaß des Königs von Frankreich musste jede Grenadierkompanie ab 1774 zehn Sappeure als Vorläufer haben. In der Kaisergarde, die von Napoleon 1804 ins Leben gerufen wurde, erscheinen die Sappeure als, "Pupillen der Garde". Sappeure wurden zu Paraden immer mit 16 Mann an die Spitze der Infanterie-/Grenadier-Kompanien gestellt. Wer hier eintreten wollte musste Unteroffizier oder Soldat in der Leichten- oder Linien-Infanterie sein, 5 Fuß 5 Zoll (1,76m) groß sein, fünf Jahre gedient und sich moralisch wie militärisch ausgezeichnet haben. In die Garde einzutreten war eine große Ehre, die lange nicht jedem Bewerber zuteil wurde!

weitere Infos:

http://de.wikipedia.org/wiki/Sappeur


Das Lied der Sappeure

Das Lied der Sappeure, geschrieben von Joseph Lange 1959:

Wenn hee em alde Nüß marscheere

die Schötze över Stroot on Maat,

marscheere an de Spetz Sappeure, et klennste Korps em schönnste Staat!

 

Di Ax, die moot wie Selver blenke,

Wiß es der Schüttel, blau der Rock,

Möt rode Pützer dommer wenke,

on pünktlich semmer wie en Klock.

 

Mer bruke net mie ahnzekläve

ne nojemaade Schnäuz möt Baat.

Wemmer ons Weet e Bützke jäve,

schmeck dat och ohne Schnäuz apaat!

 

Dat wesse ald die klennste Blage:

Op Kermes hammer völl ze donn.

Fäht Majestät net jrad em Wage,

dann mösse mer op Poste stonn.

 

Be ons jehöre Jong on Alde

Von Fröndschaff hammer jett jeleet.

Dä wisse Schüttel reen ze halde,

wödd mar em jliche Trett macheet.

 

Solang em alde Nüß mascheere

die Schötze över Stroot on Maat,

mascheere an de Spetz Sappeure,

on blieve me be Nüsser Aat!

(Zu singen auf die Melodie von „Wem Gott will rechte Gunst erweisen", ohne Refrain.)